Praxis-Guide

Lieferscheine digitalisieren: was erlaubt ist und wie es im Alltag läuft

Lieferscheine sind kleine Zettel mit großer Wirkung: Sie belegen, was wann bei wem angekommen ist, und sie stecken oft hinter einer Rechnung. Auf Papier gehen sie im Fahrzeug verloren, werden unleserlich oder müssen im Büro abgetippt werden. Dieser Beitrag sortiert, was für Lieferscheine gilt, welche zwei Wege es zum digitalen Lieferschein gibt und worauf es dabei ankommt.

Zwei Wege zum digitalen Lieferschein

Wer von „Lieferscheine digitalisieren“ spricht, meint meist einen von zwei Wegen. Beim ersten bleibt der Lieferschein aus Papier: Er wird unterschrieben, später eingescannt und digital abgelegt. Das schafft Ordnung im Archiv, aber der Zettel muss weiterhin ins Büro, und abgetippt wird trotzdem. Beim zweiten Weg entsteht der Lieferschein von Anfang an digital: Positionen, Empfänger und Unterschrift werden vor Ort auf Handy oder Tablet erfasst, das PDF ist sofort fertig und liegt im Büro, bevor der Fahrer zurück ist. Für die meisten kleinen Betriebe ist der zweite Weg der lohnendere, weil er das Abtippen ganz streicht. Wie das konkret aussieht, zeigt die Seite Lieferschein digital unterschreiben lassen.

Muss ein Lieferschein sein — und muss er unterschrieben werden?

Ein Gesetz, das für jede Lieferung einen Lieferschein vorschreibt, gibt es nicht. Üblich ist er trotzdem, weil er im Streitfall belegt, dass und in welchem Zustand die Ware übergeben wurde. Unter Kaufleuten kommt die Untersuchungs- und Rügepflicht nach § 377 HGB hinzu: Wer Mängel nicht rechtzeitig meldet, verliert Ansprüche. Ein Lieferschein mit Vermerk zum Zustand hilft beiden Seiten. Auch die Unterschrift ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber sie ist der eigentliche Beweis der Übergabe. Eine Unterschrift auf dem Bildschirm erfüllt diesen Zweck, denn für den Lieferschein gilt keine Schriftform. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Ist die digitale Unterschrift rechtsgültig?

Wie lange Lieferscheine aufbewahrt werden

Das hängt davon ab, welche Rolle der Lieferschein spielt. Ist er ein Buchungsbeleg, etwa weil die Rechnung für das Lieferdatum oder die gelieferten Positionen auf ihn verweist, gilt die Frist für Buchungsbelege von acht Jahren. Lieferscheine, die keine Buchungsbelege sind, dürfen nach § 147 Abgabenordnung vernichtet werden, sobald die Rechnung empfangen oder versandt ist. In der Praxis bewahren viele Betriebe sie trotzdem so lange auf wie die zugehörige Rechnung, weil sie bei Reklamationen gebraucht werden. Digital ist das kein Platzproblem: Ein PDF im Archiv nimmt keinen Ordnerrücken ein.

Darf das Papier nach dem Scannen weg?

Grundsätzlich ja. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung in elektronischer Form, kurz GoBD, erlauben das sogenannte ersetzende Scannen, wenn der Ablauf geregelt und dokumentiert ist: wer scannt, wann, wie geprüft wird, dass die Kopie lesbar und vollständig ist, und wo die Dateien unveränderbar abgelegt werden. Ein Lieferschein, der von Anfang an digital entsteht, braucht diesen Umweg nicht. Er wird als PDF erzeugt, nach dem Absenden nicht mehr verändert und lässt sich zusätzlich in den eigenen Cloud-Speicher oder das Archiv übernehmen. Wichtig ist auch hier, dass die Dateien über die Aufbewahrungsfrist lesbar bleiben.

So läuft ein digitaler Lieferschein mit Unterschrift ab

In Aufnamo besteht ein digitaler Lieferschein aus einem Formular, das du einmal anlegst, etwa aus der fertigen Vorlage:

  • Vor Ort ausfüllen: Lieferschein-Nummer, Datum, Empfänger und Positionen. Eine Nummer auf dem Beleg lässt sich per Kamera als Strichcode oder QR-Code scannen.
  • Zustand festhalten: „Vollständig und unbeschädigt“ oder eine Anmerkung, dazu auf Wunsch Fotos der Ware oder des Ablageorts.
  • Unterschreiben lassen: Der Empfänger unterschreibt mit dem Finger. Ist niemand da, wird die Unterschrift später über einen Link nachgereicht.
  • PDF und Ablage: Beim Absenden entsteht ein datiertes PDF. Es geht auf Wunsch per E-Mail an den Kunden, liegt im Dashboard und landet als Zeile in einer Tabelle.

Das Formular funktioniert auch ohne Netz und sendet, sobald wieder Empfang da ist. Wer zuerst auf Papier oder am PC anfangen möchte, findet die Lieferschein-Vorlage als PDF, am PC ausfüllbar oder zum Ausdrucken.

Hinweis

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Welche Aufbewahrungsfristen für deine Belege gelten und wie dein Scan-Ablauf dokumentiert sein muss, klärt im Zweifel deine Steuerberatung.

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FAQ

Häufige Fragen

Muss ein Lieferschein unterschrieben werden?

Gesetzlich nicht. Die Unterschrift ist aber der Beweis, dass die Ware übergeben wurde und in welchem Zustand. Deshalb lassen fast alle Betriebe unterschreiben, und eine Unterschrift auf dem Bildschirm erfüllt diesen Zweck ebenso.

Ist ein digital unterschriebener Lieferschein gültig?

Ja. Für den Lieferschein schreibt das Gesetz keine Schriftform vor, also zählt, ob sich die Übergabe belegen lässt. Ein PDF mit Positionen, Datum und Unterschrift, das nach dem Absenden nicht mehr verändert wird, leistet das mindestens so gut wie ein Zettel.

Wie lange muss ich Lieferscheine aufbewahren?

Ist der Lieferschein ein Buchungsbeleg, etwa weil die Rechnung auf ihn verweist, acht Jahre. Andere Lieferscheine dürfen nach der Abgabenordnung vernichtet werden, sobald die Rechnung empfangen oder versandt ist. Viele Betriebe heben sie trotzdem so lange auf wie die Rechnung.

Darf ich Papier-Lieferscheine nach dem Scannen wegwerfen?

Grundsätzlich ja, wenn das Scannen nach den GoBD geregelt und dokumentiert ist und die Dateien unveränderbar und lesbar aufbewahrt werden. Bei Unsicherheit lohnt eine kurze Rückfrage bei der Steuerberatung.

Brauche ich für digitale Lieferscheine eine eigene App?

Nicht unbedingt. Aufnamo läuft im Browser und lässt sich auf dem Handy wie eine App installieren. Der Empfänger braucht kein Konto: Er unterschreibt auf dem Gerät des Fahrers oder über einen Link.

Gibt es eine kostenlose Lieferschein-Vorlage?

Ja. Die Lieferschein-Vorlage steht als PDF bereit, am PC ausfüllbar oder zum Ausdrucken, ohne Anmeldung. Dieselbe Vorlage gibt es digital mit Unterschrift auf dem Handy und fertigem PDF; der Einstieg ist kostenlos.

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